Motivation - Die Welt, wie sie mir gefällt

Erinnerst du dich an Pipi Langstrumpf, das eigenwillige Mädchen aus dem Roman von Astrid Lindgren? Wenn du als Kind auch den Film gesehen hast, dann kommt dir der Titel dieses Texts sicher bekannt vor: „...ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Diese Phrase aus dem Titellied des Films kann man auch gut auf unsere Psyche übertragen.

„Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Ja, das funktioniert! Und ebenso die Vergangenheit. Manchmal wenn ich das meinen Klienten sage, schauen sie mich etwas irritiert an und sagen dann: „Aber ich kann meine Vergangenheit nicht mehr ändern.“ Und ich antworte dann: „Aber natürlich ist das möglich!“ Unser Unterbewusstsein, der grosse und dominante Teil unserer Psyche, ist ein sehr eigenes Wesen, das nach anderen Prinzipien funktioniert als unser bewusster Verstand.

 

Das Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen Fantasie und Realität

 

Während das Bewusstsein Informationen aufnimmt, diese analysiert, in Zusammenhänge bringt und beurteilt, lebt unser Unterbewusstsein vor allem von Bildern, Sinneserfahrungen, Gefühlen und Emotionen. Je stärker diese sind, desto länger werden diese quasi archiviert. Und manchmal beginnen diese, auch ein Eigenleben zu führen, ohne dass das Bewusstsein es durchschaut. Wenn einer zum Bespiel die Erfahrung mit einem bissigen Hund macht, können der Schmerz und die Angst nicht einfach ausgelöscht werden, auch wenn der Verstand im Grunde weiss, dass nicht alle Hunde zähnefletschend in der Gegend herum laufen. Im Extremfall sieht ein Betroffener plötzlich überall nur noch bissige Hunde, zuckt bei jedem Tier zusammen und sieht sich darin bestätigt, dass Hunde generell gefährlich sind. Das Unterbewusstsein malt sich aus, was alles noch passieren könnte, wenn so ein bissiges Tier nicht zurückgehalten wird. Er könnte ja zerfleischt, zu Boden geworfen oder gar getötet werden. Und die Angst vor Hunden wächst, obwohl seit dem einen Erlebnis mit einem bissigen Hund nie mehr etwas derartiges passiert ist. Die Fantasie schürt hier die Angst, welche fortan unsere Realität verzerrt. Aber das kann man wieder umkehren. Genau so wie jemand den Fokus auf das Schlechte/Gefährliche/Angst machende lenken kann und sich somit eine hindernde Realität schafft, kann er den Fokus auch auf das Gute/Befreiende/ Mut machende umpolen. Die eigene Fantasie kann Schreckliches schaffen, es aber auch wieder zum Guten verändern. Wir sind der Regisseur unserer inneren, subjektiven Realität.

 

Das Unterbewusstsein kennt keine Zeit

 

Dem Unterbewusstsein ist es vollkommen gleichgültig, ob etwas vor dreißig Jahren oder gestern passiert ist. Wenn an eine Erfahrung ein starkes Gefühl gekoppelt ist, dann wirkt das weiter bis in die Gegenwart, als würde es jetzt gerade wieder und wieder passieren. Auf der Gefühlsebene wohlgemerkt, unbewusst, denn ansonsten wären wir tagtäglich nur noch damit beschäftigt, über alte Erlebnisse nachzudenken. Das ist einerseits ein Schutz, verwehrt uns aber auch die Fähigkeit, darüber zu reflektieren. Je nach Situation, werden die Gefühle immer wieder aktiviert und womöglich verstärkt. Jedes Mal, wenn etwas neu Erlebtes mit dem Ursprungsgefühl in Zusammengebracht wird, ist dies wie ein nährendes Futter, das die Endlosschlaufe in Bewegung hält. In der Therapie ist die Zeitlosigkeit ein Vorteil. Gefühle werden zum Kompass. Egal wie weit zurück die Ursprungssituation für ein Gefühl liegt, das immer wieder aktivierte, am Leben erhaltene Gefühl, ist der rote Faden, der zum Ursprung führt.

 

Veränderungen mit Hypnose

 

Die Hypnosetherapie zielt natürlich genau auf diese Mechanismen – Zeitlosigkeit und Fantasie - ab. Über das Gefühl reist der Betroffene zum Ursprung zurück, und wenn er dort angekommen ist, können innere Bilder und Gefühle aufgelöst und durch neue ersetzt werden.  So ist es möglich, die subjektive wahrgenommene Vergangenheit tatsächlich zu verändern. Sobald eine blockierende Archivierung über ein Erlebnis aufgehoben wurde und durch eine neue, Zufriedenstellende ersetzt wurde, wirkt sich dies unmittelbar auf die Gegenwart aus. Und unsere Welt ist, wie sie uns gefällt.