Halte durch!

Du hast ein Ziel und scheiterst immer nach einer gewissen Hürde? Ziel anvisieren, check. Plan schmieden, check. Und trotzdem ziehst du es nicht durch? Dann finde auch Lösungen für deine Stolpersteine. Und wenn alle Stricke reißen, kenne ich noch einen fiesen kick-your-ass-Tipp.    

Wir alle haben Ziele: Ein Projekt zu Ende bringen, mehr Sporteln, geduldiger werden, gesünder essen … Aber ganz oft kommt man nicht dort an, wo man hinwill. Das frustriert nicht nur, sondern verankert auch eine negative Erfahrung, die uns beim nächsten Anlauf noch im Nacken sitzt und einen Neustart schon mal überschattet. Keine gute Voraussetzung, um es erneut zu versuchen.    

Die übliche Taktik

Überlege mal, wie du dein Ziel angehst. Die meisten malen sich aus, wie es ist, wenn man das Ziel erreicht hat. Man sieht eine Zukunftsvision von sich, wie man sich im Erfolg suhlt, glücklich wie ein kleiner Buddha. Dieses imaginieren ist wichtig, um sich zu motivieren. Wie weiter? Man fängt an, daran zu arbeiten. Wer planerisch unterwegs ist, kalkuliert Schritte ein, setzt Meilensteine und macht eine Checklist. Auch super. Die Umsetzung kann beginnen. Doch dann, trotz der tollen Visualisierung des Ziels und der gut ausgearbeiteten Planung – irgendwie klappt es nicht. Die erste Hürde kommt. Wenn man Glück hat, stolpert man noch unversehrt darüber. Aber es wird nicht einfacher. Vielleicht kommt etwas dazwischen – eine kleine Krise, ein Streit mit jemandem, ein Urlaub, eine fiese Grippe usw. – und das Ziel wie auch das Durchziehen des Plans verpuffen gefühlt in der Luft. 

Wie kann man die Hürden überwinden?

Was viele dabei vergessen, ist, sich darüber im Vornherein klar zu werden, welche Hürden kommen könnten. Natürlich kann man nicht in die Zukunft blicken (außer man trägt eine violette Samtrobe besitzt eine Kristallkugel). Aber man kann die Eventualitäten sehr gut erahnen. Und das ist der erste Schritt, um Hürden zu meistern.

Wenn du dein Ziel und deinen Plan in der Tasche hast, kannst du überlegen, was sich dem in den Weg stellen könnte. Nehmen wir das Beispiel mit dem „gesünder essen“. Da gäbe es einige Hürden, die man im Vorfeld erahnen kann. Zum Beispiel das Geburtstagsessen bei einer Freundin, das Apéro im Büro, der Ausflug mit der Familie. Oder die Ferien in Italien, wo man sich am liebsten nur noch von Gelati und Spaghetti ernähren möchte. Und wie wäre es mit ein paar harten Arbeitstagen, an welchen man abends nach Hause kommt und nur noch fähig ist, sich auf die Schnelle Junkfood aus dem Kühlschrank zu holen?    

Schreibe dir für dein Ziel die Eventualitäten auf, einfach alles, was dein Ziel sabotieren könnte. Wenn du diese Stolpersteine kennst, können sie dich nicht einfach so überraschen und zu Kurzschlusshandlungen überrumpeln. Sie sind bereits gespeichert und über ihnen sitzt eine Warntafel, die sich in deinem Unterbewusstsein abgelegt hat.    

Festnageln

Aber die Hürden nur zu kennen, reicht oftmals nicht aus. Es hilft, aber es ist noch ein zweiter Schritt nötig, um sie wirklich zu beseitigen: Erweiterte Planung. Du hast dir ja womöglich Schritte überlegt, wie du vorgehst, um dein Ziel zu erreichen. Erst mache ich A, dann später B und kurz vor Schluss kommt noch C. Genau das kannst du auch für deine Stolpersteine tun. Überlege dir deshalb nicht nur, WO die Gefahr lauern könnte, sondern auch, WIE du darauf reagierst.    

Wichtig dabei ist, dass du diese Strategien schon vor dem Start bereit hast. Wenn du dir die Lösung erst ausdenkst, wenn du gleich davor stehst, ist die Gefahr groß, dass du gerade keine Zeit oder Lust hast, es so zu machen, wie du wolltest. Das hat damit zu tun, dass wir Menschen immer den Weg des geringsten Widerstandes wählen. Das ist ganz natürlich. Wir wollen ja effizient sein, Bedürfnisse rasch befriedigen und nicht lange fackeln. Wenn du deine Reaktion auf Stolpersteine also erst wählst, wenn du direkt davorstehst, ist es ganz logisch, dass du den einfacheren Weg wählst. Hast du dich aber schon im Vorfeld für einen Lösungsweg entschieden, scheint dir dieses Vorgehen nicht mehr anstrengender. Es ist ja quasi schon auf deiner Festplatte als „vertraut“ abgespeichert.    

Kick-your-ass-Tipp

Wenn du trotz Ziel, Planung und Lösungen für Stolpersteine immer noch den einfachsten Weg wählst (ist mir übrigens schön öfters passiert), dann hilft nur noch die fiese Bestrafung. Ja, das klingt jetzt echt nicht erbauend. Aber ich meine damit auch nicht die Bestrafung, nachdem du gescheitert bist. Die kannst du getrost weglassen. Ich meine Bestrafung im Sinne von Konsequenzen, welche letztlich auch über die Bestrafungsschiene laufen.

Wir Menschen lernen nun einmal am besten über Bestrafung. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Also bitte wirf nicht mit Steinen nach mir. Wenn du einen Lösungsweg hast und trotzdem zögerst – vielleicht weil dein Drang nach dem „Falschen“ gerade übergroß ist – dann halte kurz inne und rege deine destruktive Fantasie an. Frage dich: Wie geht es aus, wenn ich jetzt gleich tue, was ich nicht tun sollte? Male dir aus, wie du dann frustriert bist, was die Frustration mit sich bringt und welche Konsequenzen es haben wird, wenn du das die nächsten Tage, Wochen oder Monate so weiterziehst. Sei brutal. Male dir das worst-case-Szenario in allen schillernden Farben aus. Und dann frage dich: Will ich das wirklich?    

Grundsätzlich ist es von Vorteil, sich auf die eigenen Ressourcen und Fähigkeiten zu konzentrieren und den Fokus auf das Positive zu lenken. Aber in genau diesem Fall – also wenn du direkt vor dem Stolperstein stehst – ist es hilfreich, das worst-case-scenario aufzufahren. Das gibt dir noch einen zusätzlichen Tritt in den Allerwertesten. 

 

Dann gutes Gelingen!